Nachhaltige Fischzucht aus dem Saarland

markt­EIN­BLI­CKE

Die Aqua­far­ming-Indus­trie beschäf­tigt sich nicht nur mit Lach­sen. Außer­dem wer­den nicht nur in der Schweiz Mee­res­fi­sche an Land gezüch­tet. Auch im Saar­land hat man sich dem The­ma nach­hal­ti­ge Fisch­zucht ver­schrie­ben. Dabei ver­sucht die in der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken ansäs­si­ge SEAWATER Cubes GmbH bereits beim Tank- und Gehe­ge­bau auf Nach­hal­tig­keit zu set­zen. Die­se wer­den aus gebrauch­ten Hoch­see­con­tai­nern gefer­tigt. Das nennt man dann Upcy­cling, also die Wie­der­auf­wer­tung (schein­bar) nutz­lo­ser und aus­ran­gier­ter Res­sour­cen sowie ihre Zufüh­rung zu einem neu­en Lebens­zy­klus. Beson­ders inter­es­sant: Kei­ne ver­bau­te Kom­po­nen­te ragt über die Con­tai­ner­gren­zen hin­aus. Der Trans­port wird auf die­se Wei­se unge­mein leich­ter. Ziel ist es, See­fisch von Pro­du­zen­ten in der Regi­on anzu­bie­ten. Ein lan­ger Trans­port von den Küs­ten zu den Kun­den ent­fällt. Zudem erho­len sich auf die­se Wei­se die Wild­be­stän­de. Die­ser Bei­trag zum The­ma Nach­hal­tig­keit ist der Bun­des­re­gie­rung nicht ent­gan­gen. Geför­dert wird SEAWATER Cubes seit Okto­ber 2017 im Rah­men einer Exist-For­schungs­trans­fer-För­de­rung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie (BmWi). Aktu­ell ist die Anla­ge auf Wolfs­barsch und Dora­de opti­miert. In Zukunft soll sie auch für die Zucht von Gelb­schwanz­ma­kre­len, Schwar­zen Tiger­gar­ne­len, dem Roten Schnap­per und Mala­bar Zacken­barsch geeig­net sein. Gewor­ben wird damit, dass der im SEAWATER Cube pro­du­zier­te Fisch höchs­te Fri­sche und „Sashi­mi-Qua­li­tät“ hat, also roh ver­zehrt wer­den kann.

Kurz nachgefragt bei Carolin Ackermann:

Inwieweit unterscheidet sich ihr Konzept bei der Zucht von Fischen von klassischen Aquakulturen und welche Vorteile haben
geschlossene Kreislaufsysteme?

Unser Kon­zept unter­schei­det sich von klas­si­schen Aqua­kul­tu­ren im Meer (z.B. Netz­kä­fi­gen) dadurch, dass wir an Land gehen und uns unab­hän­gig von natür­li­chen Ein­flüs­sen (Wet­ter, Schwer­me­tal­len, Mikro­plas­tik) machen. Geschlos­se­ne Kreis­läu­fe bie­ten vie­le Vor­tei­le: neben der per­ma­nen­ten Kon­trol­le der Pro­duk­ti­on kön­nen tech­ni­sche Sys­te­me mit Soft­ware aus­ge­stat­tet wer­den, die dem Betrei­ber die Arbeit ver­ein­fa­chen. Zudem scho­nen wir natür­li­che Res­sour­cen, indem wir 99 Pro­zent des Was­sers in unse­rer Anla­ge recy­celn. Die gerin­ge Men­ge an Abwas­ser, die anfällt, kann ent­we­der ins kom­mu­na­le Abwas­ser gelei­tet wer­den und begibt sich damit in einen wei­te­ren Recy­cling­pro­zess. Alter­na­tiv kön­nen die Rest­stof­fe aus der Fisch­zucht durch die Kopp­lung mit Aqua­po­nik Pflan­zen­sys­te­men direkt vor Ort als Dün­ger genutzt wer­den. In bei­den Fäl­len wird ver­mie­den, natür­li­che Gewäs­ser zu beein­träch­ti­gen, wie es im Meer vor­kommt, wo Aus­schei­dun­gen der Tie­re und Fut­ter­res­te auf dem Boden sedimentieren.

Gibt es qualitative Unterschiede, wenn Seefisch in geschlossenen Kreislaufsystemen an Land gezüchtet wird?

Zum einen kön­nen sich die Trans­port­we­ge durch land­ba­sier­te Anla­gen redu­zie­ren, was den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck des Fisches ver­bes­sert. Durch kur­ze Wege ist es mög­lich, schnell und indi­vi­du­ell auf Bestel­lung abzu­fi­schen. Damit erhöht sich die Fri­sche und die Halt­bar­keit des Fisches ist län­ger, als bei Stan­dard­ware. Zum ande­ren schwim­men die Tie­re dank unse­rer aus­ge­reif­ten Fil­ter­tech­nik und der intel­li­gen­ten Steue­rung der Anla­ge in kla­rem Was­ser, emp­fin­den kei­nen Stress und wach­sen ohne den Ein­satz von Anti­bio­ti­ka auf. Auch der soge­nann­te „Off-Fla­vor“, ein mod­ri­ger Bei­geschmack, den Fische aus trü­ben Süß­was­ser­zuch­ten auf­wei­sen kön­nen, ist kein The­ma. Unse­re Wolfs­bar­sche haben einen rei­nen Geschmack. Der End­ver­brau­cher erhält durch dezen­tra­le Kreis­lauf­an­la­gen wie dem SEAWATER Cube Trans­pa­renz über Her­kunft und Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen sei­nes Fisches sowie höchs­te Qua­li­tät und Frische.

Welche Voraussetzungen müssen Investoren für ein SEAWATER Cube erfüllen?

Inves­to­ren, die in unser Kon­zept ein­stei­gen möch­ten, soll­ten ein Inter­es­se für nach­hal­ti­ge The­men sowie Inno­va­ti­ons­freu­dig­keit mit­brin­gen. Ansons­ten sind die Vor­aus­set­zun­gen nicht sehr hoch. Fach­lich ist ein Sach­kun­de­nach­weis nötig, in vie­len Bun­des­län­dern zählt der Angel­schein, wir set­zen aktu­ell aber auch selbst eine 2‑wöchige Schu­lung zur Kreis­lauf­tech­nik auf, in der das nöti­ge Fach­wis­sen zum Ein­stieg ver­mit­telt wird. Hand­werk­li­ches Geschick ist immer prak­tisch, wenn man sich mit tech­ni­schen The­men beschäf­tigt. Und zu guter Letzt suchen wir Part­ner, die ein Gespür für Trends und Ent­wick­lun­gen in der Ernäh­rungs­bran­che haben sowie den Mut, neue Wege zu gehen und damit die Welt zu einem bes­se­ren Ort zu machen.

Interessiert an regionaler und nachhaltiger Aquakultur?

Erfah­re mehr über den SEAWATER Cube und die inno­va­ti­ven Zucht­mög­lich­kei­ten von fri­schem Mee­res­fisch fern­ab der Küste.

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