Schutz der Ozeane durch nachhaltige Fischzucht

Die Über­fi­schung der welt­wei­ten Fisch­be­stän­de ist seit Jah­ren ein bri­san­tes The­ma, wel­ches bereits vie­len von uns bewusst ist. Die glo­ba­le Nach­fra­ge nach Fisch steigt ste­tig und nach Zah­len der Ver­ein­ten Natio­nen liegt der welt­wei­te Pro-Kopf-Fisch­kon­sum heu­te schon bei über 20 Kilo­gramm. Rund ein Drit­tel der Fisch­be­stän­de sind am Limit, was kon­kret bedeu­tet, dass wir uns lang­fris­tig dem Lebens­mit­tel „Mee­res­fisch“ berau­ben – vor­aus­ge­setzt alles läuft so wei­ter wie bis­her.
Wodurch ist die Fischwirtschaft gefährdet?

Ein gefähr­li­cher Fak­tor für die mari­nen Öko­sys­te­me ist die ille­ga­le Fische­rei, die maß­geb­lich zur Über­fi­schung der Mee­re bei­trägt. „Von ille­ga­ler Fische­rei spricht man, wenn frem­de Schif­fe ohne Erlaub­nis in den Hoheits­ge­wäs­sern einer ande­ren Nati­on fischen oder in ande­rer Wei­se die Fische­rei­ge­set­ze des Lan­des miss­ach­ten“ (World oce­an review). Ille­ga­le Fische­rei bedeu­tet dane­ben, dass Fische zu Sperr­zei­ten oder mit nicht erlaub­ten Fang­ge­rä­ten gefischt wer­den. Ein gro­ßes Pro­blem dabei ist, dass der ille­ga­le Fisch­fang nicht doku­men­tiert wird und in Gebie­ten abge­fischt wird, für wel­che die Fischer kei­ne Lizenz haben bzw. in denen sogar ein Fang­ver­bot herrscht. Zudem ist auch nicht kon­trol­lier­bar, ob gefähr­de­te Spei­se­fisch­ar­ten gefan­gen wer­den und wie groß die Men­gen tat­säch­lich sind. Laut einer Stu­die eines inter­na­tio­na­len For­scher­teams im Fach­ma­ga­zin „Sci­ence Advan­ces“ wer­den jedes Jahr zwi­schen 7,7 und 14 Mil­lio­nen Ton­nen Fisch ille­gal und unkon­trol­liert aus dem Meer ent­nom­men.

Auch wirt­schaft­li­che Fak­to­ren spie­len eine tra­gen­de Rol­le, denn die ille­ga­le Fische­rei ver­ur­sacht jähr­lich Mil­li­ar­den­ver­lus­te. Der ille­ga­le Han­del gefähr­det Nah­rungs- und Wirt­schafts­sys­te­me, beson­ders in den stark betrof­fe­nen Län­dern wie Afri­ka, Asi­en und Süd­ame­ri­ka. Aber auch für Deutsch­land ent­steht durch die Pira­ten­fi­sche­rei jähr­lich ein gro­ßer Ver­lust. Zur Bekämp­fung der ille­ga­len und unre­gu­lier­ten Fische­rei hat die Euro­päi­sche Gemein­schaft eine eige­ne Geset­zes­in­itia­ti­ve – die „IUU-Ver­ord­nung“, ins Leben geru­fen, die seit 2010 in Kraft ist. Die Ver­ord­nung unter­bin­det Ein­fuh­ren von ille­ga­len Fische­rei­er­zeug­nis­se nach Euro­pa. Zur erfolg­rei­chen Umset­zung der IUU-Ver­ord­nung arbei­tet die Kom­mis­si­on aktiv mit allen Inter­es­sen­trä­gern in die­sem Bereich zusam­men.

Wie können die natürlichen Bestände geschützt werden?

Der Schutz der Ozea­ne ist auch eines der pri­mä­ren Zie­le der Umwelt- und Ent­wick­lungs­po­li­tik. Zur Rea­li­sie­rung die­ses Ziels sind inno­va­ti­ve Kon­zep­te und Alter­na­ti­ven zur her­kömm­li­chen Fische­rei uner­läss­lich. Eine adäqua­te Lösung zur umwelt­ver­träg­li­chen Zucht von Fischen sind geschlos­se­ne Kreis­lauf­sys­te­me, in denen das Was­ser kon­ti­nu­ier­lich im Kreis geführt und dabei mit moderns­ter Fil­ter­tech­nik gerei­nigt wird. So wird die art­ver­träg­li­che, betriebs­si­che­re und stand­ortu­n­ab­hän­gi­ge Fisch­pro­duk­ti­on mög­lich. Mit dem SEAWATER Cube möch­ten wir dazu bei­tra­gen, die natür­li­chen Bestän­de zu schüt­zen und eine nach­hal­ti­ge, kon­trol­lier­te und regio­na­le Fisch­zucht zu ermög­li­chen. Wir legen gro­ßen Wert auf bewuss­te Ernäh­rung und ver­ant­wor­tungs­vol­len Kon­sum. Dazu möch­ten wir mit unse­rem Kon­zept auch die Kon­su­men­ten zum Umden­ken anre­gen. Der Fisch aus dem SEAWATER Cube wird bei Bedarf frisch von Hand abge­fischt. Durch die regio­na­le Pro­duk­ti­on wis­sen Ver­brau­cher zudem ganz genau, wo der Fisch her­kommt und kön­nen sich vor Ort selbst von den Hal­tungs­be­din­gun­gen über­zeu­gen.

Natür­lich kön­nen ein Mensch oder ein Unter­neh­men allei­ne nicht die Welt ver­än­dern, aber in Sum­me kann viel bewegt wer­den, wenn jeder Ein­zel­ne sei­nen per­sön­li­chen Bei­trag zum Gesamt­erfolg leis­tet. Vie­le grö­ße­re Unter­neh­men und auch Star­tups set­zen sich bewusst mit dem The­ma Nach­hal­tig­keit aus­ein­an­der, rich­ten ihre Stra­te­gie ent­spre­chend aus und tra­gen dadurch aktiv zum Schutz unse­rer Erde bei.

Refe­ren­zen

„Wir müs­sen wei­ter for­schen und neue Nut­zungs­kon­zep­te ent­wi­ckeln, die unse­re Fische­rei auf nach­hal­ti­ge Bei­ne stel­len“ (BMEL), https://www.bmel.de/SharedDocs/Reden/2018/180815-TI.html, abge­ru­fen am 20.03.2020

— Mee­res­schutz (BMEL): https://www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/06_Meeresschutz/Meeresschutz_node.html, abge­ru­fen am 20.03.2020

— Ille­ga­le Fische­rei (WWF): https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/illegale-fischerei/, abge­ru­fen am 20.03.2020

— Mil­li­ar­den­ver­lus­te durch ille­ga­le Fische­rei (wissenschaft.de): https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/milliardenverluste-durch-illegale-fischerei/, abge­ru­fen am 20.03.2020

— Ille­ga­le Fische­rei (IUU) (Euro­päi­sche Kom­mis­si­on): https://ec.europa.eu/fisheries/cfp/illegal_fishing_de, abge­ru­fen am 23.03.2020

— Ille­ga­le Fische­rei führt zu Mil­li­ar­den­ver­lus­ten (spiegel.de): https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fischfang-illegale-fischerei-fuehrt-zu-milliardenverlusten-a-5856c640-e717-47e9-888f-7b9c222abd61, abge­ru­fen am 20.03.2020

— Die ille­ga­le Fische­rei (World Oce­an Review): https://worldoceanreview.com/de/wor‑2/fischerei/die-illegale-fischerei/, abge­ru­fen am 23.03.2020

— Bild­quel­le: Pixabay (jonasmt­bxdk)

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